hier

Achte auf die Linien (Gedanken eines Stadtbegleiters)

Was stellen Linien dar?
Linien sind Absichten (etwas zu bauen),
d.h. der Kern von Funktionen und Visionen
Sie sind der Kern der Mauer, die uns
begleiten, stoppen, beschützen
und zusammenstützen; sie stürzen mit uns zusammen.
Sie bilden Fenster und Türe, die offen oder
geschlossen sind, sie bilden Strassen
und Plätze, die uns aufnehmen oder abweisen.
Sie sind der Kern der Mauer, die wir sehen
aber auch von denen, die wir noch nicht
oder nicht mehr sehen.
Alle Mauer, alle Linien, die sichtbaren als auch die unsichtabaren, können uns
entweder begleiten oder auf dem Weg stehen,
entweder hindern oder helfen, auf uns reagieren,
wenn wir sie durchbrechen, folgen oder nicht folgen.
Unabhängig davon, ob wir sie merken oder nicht merken.
Wer zeichnet, fordert vergangene und zukünftige
Möglichkeiten und Zwänge zutage
Wenn man Linien zeichnet, lässt man
nur das Überflüssige weg, was bleibt ist der Kern der Dinge.
Linien sind nicht nur Beiwerk oder reine Form,
sie sind keine Reduktion der Wirklichkeit,
sie sind eine Erweiterung.
Zeichnen ist weder Abbildung noch Erfindung sondern Auslegung.
Wer sich mit den Linien und mit Ihren Kreuzungen beschäftigt,
Beschäftigt sich mit dem Wesen der Dinge.
Sind Linien Bauprojekte oder phantastische Spielereien?
Praktisch notwendige Röntgenbilder oder überflüssige Spekulationen?
Muss nicht jeder Ort von den Linien aus der Vergangenheit erlöst werden?
Liegt nicht die Zukunft schon in der Gegenwart gezeichnet?
Unsere alltägliche Welt ist voll mit nicht gleich sichtbaren Umrissen und Linien,
Jedenfalls weisen Linien uns auf das hin, was,
vor und nach der gebauten Welt kommt und
schlecht, nicht gleich sichtbar oder sogar unsichtbar ist.
Wir müssen diese Linien berücksichtigen, um so schnell wie möglich nach Hause oder in die Küche zu kommen und so unschädlich wie möglich von der Einsamkeit in die Liebe, von dem Frieden in den Krieg zu kommen, oder umgekehrt.
Wenn wir nicht auf diese Linien achten, wenn wir sie nicht sehen,
riskieren wir daran zu stolpern oder unseren Glück zu verpassen.
Achte auf die Linien.

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Danzig und Berlin

Danzig: eine Märchenstadt,
romantisch,
man kann träumen.
Berlin: eine Stadt mit Resten von vielen Märchen,
ein Ort von bodenständigen (Alp)Träumen,
(sozial- und wirtschafts)romantisch,
man muss träumen.

Danzig wirkt meistens als „schöne Stadt“, sie entspricht
der gängigen Vorstellung einer historischen Stadt:
sie ist kleinteilig, bunt, vielfältig, historisch
(so wie uns meistens eine historische Stadt vorstellen,
von der Gotik bis zur Neoklassik), ins Szene gesetzt,
durch eine Decke von Patina/Abnutzung harmonisiert.

Sie wirkt einheitlich durch Ihre Uneinheitlichkeit.

Einheitlich sind die Grundvolumen und die Typologie der Häuser,
sehr selten sind sichtbare Brüche durch die Moderne und durch den Krieg,
sichtbare Gegensätze zwischen Gebäuden, wie wir sie in historischen Stadtkernen kennen,
die durch die Moderne und durch den Krieg geprägt wurden.

Sonst aber wirkt die Stadt so uneinheitlich wie eine historische Stadt,
wo Gotik, Barock, teilweise Neoklassik aufeinander geschichtet sind,
wo jedes Haus in der Höhe, in der Fassade, im Grad der Instandhaltung
Auf und Ab der Geschichte des Hauses und ihrer wechselnden Bewohner widerspricht.

Die übriggebliebene Patina der Vernachlässigung und des Mangel aus der Zeit des damals real existierenden Sozialismus und die Widersprüchlichkeit des Wachstums des jetzigen Polens
lassen das Ganze noch authentischer wirken.
Kein durchgängiger Luxus hat den Stadtkern noch nicht zum Glanz poliert,
man hat den Eindruck, dass auch arme Menschen im Stadtkern teilweise wohnen.

Das macht auch das Leben in dem Stadtkern lebendiger und authentischer

Ist sie aber authentisch? Nein.

Jedenfalls ist sie polnisch und (alt)sozialisch.

60 Jahre alte Häuser, die viel älter (über 400 Jahre) wirken
und eine einheitliche Patina/Abnutzung entwickelt haben:
Sie wirken glaubhaft alt.

Bunte Häuser, die auch Touristenkulissen darstellen,
wechseln sich mit graueren, normaleren Häusern
(in der zweiten oder dritten aufgelockerten grünen Reihe) ab.
Antike Formen und Dimensionen vereinigen bunte und graue Gebäuden.

Literaturauswahl:

Das Problem der Modernität – Danzigs architektonische Kultur von Jacek Friedrich
http://www.buero-kopernikus.org/de/article/31/7.html

Rekonstruktion statt Original – das historische Zentrum von Warschau von Małgorzata Omilanowska
Artikel aus Informationen zur Raumentwicklung Heft 3/4.2011

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Besondere Karten und Links

Schwarz-Weißpläne, die Stadtentwicklung „zum Anfassen“

Monitoring Soziale Stadtentwicklung

Kartenübersicht Berliner Bauprojekte bei Google

Berliner Baugruppen

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Gentrifizierung: was ist das?

Gentrifizierung / GRUNDBEGRIFFE UND EMPFOHLENE LEKTÜREN

WAS IST GENTRIFIZIERUNG?

Gentrifizierung (aus „gentry“ „Niederer Adel“) ist eine „Veredelung“ eines Stadtgebietes, also

– eine materielle Verbesserung des Äußeren und des Inneren der Gebäude, der Infrastruktur, der Läden… insgesamt des Lebensstandards in diesem Gebiet. Diese Verbesserung wird durch

– einen Bevölkerungswechsel begleitet bzw. mit verursacht: (…)

Heute ziehen arme Künstler und Migranten dort ein,
wo noch die Toiletten auf der Treppe und Kachelofen sind.
Morgen werden die Schwimmbecken auf den Dächern kommen.

DAS BESONDERE DER GENTRIFIZIERUNG IN BERLIN

Berlin ist eine sozial noch außergewöhnlich durchgemischte Stadt, (…)

IST GENTRIFIZIERUNG GUT ODER SCHLECHT?
Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. (…)

WAS MUSS VERBESSERT ODER VERÄNDERT WERDEN?

(…)

EMPFOHLENE LEKTÜREN

Ein Überblick über Wohnen und Wohnpolitik
http://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/183458/wohnen

(…)

Fragen Sie nach der vollständigen Version
an infomail@senzarete.de

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Gentrifizierung für Schulen: das Angebot

Gentrifizierung im Stadtbild lesen, kontrovers diskutieren,
als Rausch der Großstadt Berlin lauschen.

Allgemeines Konzept

Spaziergang durch ausgewählte Gebiete der Stadt , um dort die Spuren der „Gentrifizierung“ im Stadtbild gemeinsam zu suchen und um mit direkt Betroffenen zu diskutieren

– 11.06.2014 12-16 Uhr Spazieren zwischen Wedding, Mitte und Prenzlauerberg
(entlang dem ehemaligen Mauerverlauf, von S-Bahnhof Wedding
bis U-Bahnhof Bernauerstrasse oder bis Senefelderplatz)

– 12.06.2014 10-13 Uhr Spazieren zwischen Friedrichshain und Kreuzberg
(von S-Bahnhof Storkowerstrasse über U-Bahnhof Samariterstrasse
bis S-Bahnhof Ostkreuz oder bis U-Bahnhof Schlesisches Tor)

Ziele

Vermittlung von Kategorien für die soziale Interpretation des Stadtbildes (Gebäude, Bautätigkeit und Baulücken, Geschäfte, Einrichtungen, Grafitti…). Was verrät der Stadtbild von den Menschen, die darin wohnen und von den aktuellen sozialen Prozessen, die dort laufen.
Zusammenstellung eines gemeinsamen Rahmens auch aus dem Erlebten der TeilnehmerInnen, um Kontext und Grundelemente der mit der Gentrifizierung verbundenen Fragen genauer zu bestimmen
– Im Hintergrund: Hinweise auf grundlegende Elemente der stadtplanerischen Monitoring und Steuerung (Monitoring Soziale Stadtentwicklung, Sanierungsgebiete, Milieu-Schutz…)

Wohnen, essen, einkaufen: wie unsere Gewohnheiten im Alltag
sich verändern und politisch wirken
Arm und Reich, sich verändern oder stehenbleiben,
Voneinander profitieren, gegeneinander kämpfen
Wo reibt´s? Wo klappt`s?
Wie und wo sich die Stadt entwickelt
Einige Grundbegriffe und Grundfragen
der Stadtsoziologie und der Stadtplanung

Ablauf

Vorbereitung: die Teilnehmer beantworten Fragen über persönliche Erfahrungen mit Gentrifizierung und Gentrifizierungszeichen im Stadtbild (siehe Seite 2)

Methodischer Ablauf: Spaziergänge um gemeinsam die Spuren des Gentrifizierung zu lesen und zu interpretieren. Das Stadtbild (mit Hintergrundsinformationen) wird „erzählt“, Schlüssel- und rätselhafte Elemente werden hervorgehoben und diskutiert. Gemeinsam versucht man/frau zu beurteilen, welche Vorteile und Nachteile die „Veredelung“ (Gentrifizierung) der Gebiete gebracht hat bzw. wer was daraus gewonnen oder verloren hat.
Im Rahmen des Möglichen finden auch Gespräche mit Betroffenen in den belaufen Gebieten statt,nicht zuletzt mit dem Dozenten selbst, der eigene Erfahrungen mit Gentrifizierung in seinem Kiez (das Gebiet zwischen Friedrichshain und Kreuzberg) erlebt.

Nachbereitung: Es wird gemeinsam entschieden, ev. Präsentation der Ergebnisse über einen Blog.

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Musik der Großstadt

Arnold Schönberg, Einstürzende Neubauten

Link auf die Webradio des Arnold-Schönberg-Zentrums in Wien

Berlin Babilon in Video

http://www.neubauten.org/berlin-babylon-soundtrack

Emigrantski Raggamuffin von Rotfront

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